Wie bereits angekündigt, geht es wieder um den weiblichen Zyklus und Stress. Hier möchte ich auch meine eigenen Erfahrungen teilen. Die ausführliche Variante wirst du in meinem
Buch lesen können, welches im Frühjahr 2022 erscheinen wird. Hier aber schon einmal eine kleine Vorschau.
Ich bin ziemlich früh gewachsen und habe mich auch früh entwickelt, sodass ich eines der ersten Mädchen war, das einen weiblichen Körper entwickelt hat. Und obwohl ich immer schlank war, habe ich
schon früh das Gefühl gehabt, abnehmen zu wollen, um so dünn und mädchenhaft wie die anderen zu sein. Ich habe meinen Körper und seine weiblichen Formen eher abgelehnt und mich unwohl in meiner
Haut gefühlt. Trotzdem habe ich immer schon sehr gerne gegessen und gutes Essen genossen.
Ich fing mit 15 an, die Pille zu nehmen und meine Angst vor dem Zunehmen wurde größer und ich begann kontrollierter zu essen und möglichst auf das Abendessen zu verzichten. Nach einer stressigen
Phase und dem Absetzen der Pille blieb meine Periode dann aus. Als meine Periode dann nicht kam, vermutete ich zunächst, dass es einfach eine Nebenwirkung des Absetzens der Pille der Grund
dafür war. Aber als sie dauerhaft ausblieb und ich anfing, mich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen, wurde mir klarer, dass auch mein niedriges Gewicht eine Rolle spielen könnte. Durch die
Unterstützung von Freunden und Familie nahm ich wieder zu und entdeckte meine Freude am Essen wieder und es bestätigte sich – denn auch meine Periode setzte wieder ein.
Ich fing an zu studieren, zog aus und lernte meinen jetzigen Mann kennen. Wieder begann ich die Pille zu nehmen und begann parallel mehr Sport zu machen und verlor auch etwas an
Gewicht. Einige Zeit später setzte ich die Pille wieder ab und (Überraschung) meine Periode blieb wieder aus. Ich wusste also – schon aus eigener Erfahrung – dass etwas nicht stimmte
und ich wahrscheinlich gar nicht so gesund war, wie ich es mir vorspielte. Aber lange Zeit schaffte ich dies zu ignorieren. War hart zu mir und meinem Körper und mochte mich dabei noch nicht
einmal besonders. Mein „gesundes“ Essverhalten machte es zudem auch schwieriger mit anderen „nicht so gesunden“ Menschen zu essen, da meine Ernährungsweise sehr kontrolliert und damit auch
eingeschränkt war.
Ein Wandel setzte ein, als ich begann mehr Yoga zu üben. Und lernte so, meinen eigenen Körper liebevoller zu betrachten und mir auch Ruhe zu gönnen. Und mein Wunsch endlich wieder gesund und
weiblich zu sein wurde größer.
Nach einiger Recherche stieß ich auf den Begriff Hypothalamische Amenorrhö der eben dieses Phänomen bezeichnet. Die Menstruation bleibt aus – als Folge von zu viel Stress, unzureichender
Ernährung, zu viel Sport und zu geringem Körpergewicht. Relativ schnell wurde mir klar, dass ich mehr essen und etwas zunehmen musste und mehr Entspannung brauchte, um meinen Hormonhaushalt zu
unterstützen.
Als ich dann begann, meine Ernährungsregeln loszulassen, merkte ich schnell, dass mir die höhere Energiezufuhr und die größere Freiheit beim Essen gut tat. Ich war schon entspannter dadurch, dass
ich einfach essen konnte, was ich wollte und was verfügbar war, statt immer auf meiner „gesunden“ Ernährung zu beharren. Und nur sechs Wochen nachdem ich meine Regeln aufgab, meine Ernährung
umstellte und mir mehr Entspannung gönnte, setzte meine Periode wieder ein.
Hypothalamische Amenorrhoe ist ein Problem, das viele Frauen betrifft. Mittlerweile haben mir schon einige Frauen geschrieben, denen es ähnlich geht und das Bild einer „gesunden Frau“,
das die Wellness-Industrie uns vermittelt, trägt zu der Problematik bei. Weiblichkeit bedeutet eben nicht, dünn und kontrolliert zu sein, sondern eben auch einen „weiblichen“ Körper zu haben. Und
„gesunde Ernährung“ bedeutet nicht, bestimmte Nahrungsmittel völlig auszuschließen, weil sie „schlecht“ und „ungesund“ sind, sondern auf den eigenen Körper zu hören und ihn mit ausreichend
Energie zu versorgen. Den eigenen Körper zu spüren und zu würdigen und seine Weisheit anzuerkennen, statt ihn abzulehnen, wenn er mehr will, als wir uns zugestehen. Wir können dankbar sein, dass
unser Körper weiß, was er braucht, wenn wir es zulassen und zuhören. Vertrauen in den Körper zurückzugewinnen ist ein Prozess.
In meinem Buch werde ich genau auf Heilungsmöglichkeiten und unterstützende Techniken und Übungen aus Yoga und Mediation eingehen. Es wird im Frühjahr 2022 erscheinen.
Bis bald!
Love
Helen
Liebe Helen,
wie untergewichtig warst du denn vorher? Ich habe in einem anderen Artikel von dir die Tabelle gesehen in der angezeigt wird, um wieviel der BMI ansteigen muss…zu meiner schlimmsten Zeit hatte ich
BMI 13…mittlerweile bin ich bei ca. 18/18,5…meine Periode habe ich noch nicht.
Viele Grüße,
Sophia
Liebe Helen,
Ich bin vor einer Stunde auf deinen Blog gestoßen und inhaliere deine Beiträge. Danke, dass du so offen über diese Problematik schreibst!
Die Frage von Sophia finde ich auch sehr interessant.
Liebe Grüße, Marbella
Liebe Helen,
Ich durchlebe momentan auch den Verlust der Periode seit mehreren Jahren.
Mein Lebensstil aufzugeben fällt mir sehr schwer, ich befinde mich auch garnicht im Untergewicht und dennoch setzt die Periode aus….
Ich hoffe ich kann durch deine Einträge mich motivieren etwas zu verändern
Hypothalamische Amenorrhö – Was Stress mit unseren Hormonen macht // Teil 2
Damit ist die Geschichte mit Problemen mit meinem Zyklus aber noch nicht vorbei.
Aber ich fand immer noch eine Möglichkeit, mein Essverhalten vor mir zu rechtfertigen. Ich fühlte mich ja eigentlich gut. Bis auf meinen Zyklus war ich gesund und sportlich. Und eben dünn.
Es fiel mir aber schwer meinen so „gesunden“ Lebensstil aufzugeben – das konnte schließlich nicht falsch sein. Viel Yoga und viel Gemüse musste doch gut sein, oder?
HYpothalamische Amenorrhoe ist ein verbreitetes Problem
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Hypothalamische Amenorrhö tagPlaceholderLifestyleweiblicher ZyklusFrauengesundheitHormoneHypothalamische Amenorrhoe
25/03/2019